Plötzlicher Herztod durch Erschießen
(Michael Batz)

Die Hamburger Bürgerschaft widmete sich am 27. Januar der Erinnerung an die von der Wehrmachtsjustiz hingerichteten fast 20.000 Menschen mit einer Ausstellung im Rathaus und einer Inszenierung von Michael Batz.

Am Freitag, den 1. Februar um 19 Uhr wird diese Inszenierung in der Hauptkirche St. Petri wiederholt. Im Anschluss an diese Veranstaltung ist eine Möglichkeit zum Gespräch mit den Mitwirkenden im Herrensaal der Kirche vorgesehen.
Eintritt: 6 Euro (erm. 4 Euro)
Sprecher: Isabella Vértes-Schütter, Tim Knauer, Markus Richter, Martin Wolf
Musik: Markus Voigt Ensemble
Die letzten Erschießungen deutscher Soldaten in Hamburg fanden noch Ende April 1945 statt. Bis kurz vor der Kapitulation orientierte sich die S-Militärjustiz an Hitlers Diktum: „Der Soldat kann sterben, der Deserteur muß sterben.
Die Maxime – „Recht ist, was der Truppe nützt“ – wurde von den deutschen Kriegsgerichten des Dritten Reiches im Weltkrieg bedingungslos angewendet.
Die Geschichte der NS-Militärjustiz ist somit eine Geschichte beispielloser Blutjustiz. 3.000 Wehrmachtrichter führten zwischen 1940 und 1945 annähernd eine Million Verfahren durch, sprachen ca. 20.000 Todesurteile wegen „Fahnenflucht“ und ca. 5.000 Todesurteile wegen „Wehrkraftzersetzung“ aus. Die Vollstreckungsquote lag bei 70 %.

Annähernd 20.000 Wehrmachtangehörige wurden hingerichtet, entweder enthauptet im Untersuchungsgefängnis Hamburg-Stadt am Holstenglacis oder erschossen auf dem Truppenübung- und Schießplatz Höltigbaum (Hamburg Rahlstedt).
Das Dokumentarstück „Plötzlicher Herztod durch Erschiessen“ setzt die Reihe der szenischen Lesungen der vergangenen Jahre zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus fort. Ausgewertet wurden u.a. Sterbebücher und Verfahrensakten der Jahre 1942 bis 1945, dazu Lebenserinnerungen von Zeitzeugen. Durch die ausschließliche Verwendung dokumentarischen Materials erzählt sich die Geschichte unmittelbar selbst.